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GEOCACHE ME IF YOU CAN.

Straubing zur Zeit des Nationalsozialismus

Straubing zur Zeit des Nationalsozialismus

Hallo liebe Geocacher!

Dieser Cache gehört zu einer 8-teiligen Cachereihe mit dem Titel „Geocache me if you can – Straubing, eine Stadt voller Rätsel“. Die Caches sind von 1-8 durchnummeriert, können aber in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Wer alle 8 Caches hebt, wird mit Koordinaten für einen traditionellen Cache belohnt, bei dem sich kleine Schätze mitnehmen lassen. Dazu finden Sie bei den Finals der 8 Caches jeweils eine einem Buchstaben zugeordnete Zahl, die dann zusammen die Koordinaten des Zusatzcaches ergeben.

Koordinaten Zusatzcache: N48°52.ABCD    E12°33.EFGH

 

WICHTIG:

Dieser Cache ist so konzipiert, dass jede Station einen Text mit interessanten historischen Fakten beinhaltet. Am Ende folgt ein Rätsel, mit dessen Lösung man die Koordinaten für die nächste Station erhält. Wer sich also den Spaß erhalten will, blättert jeweils nur EINE Seite auf, löst das Rätsel und blättert erst zur nächsten Station, wenn er davor steht.

 

Um die Caches lösen zu können, benötigen Sie entweder ein GPS Gerät oder ein Smartphone mit z.B. GoogleMaps. Die Eingabe erfolgt in Grad und Dezimalminuten nach dem Muster: NXX°XX.XXXX  EYY°YY.YYYY

 

Also viel Spaß beim Suchen und Finden!

 

Kurzinfo:

Über die Zeit des Nationalsozialismus hat jeder schon mal etwas gehört und weiß, wie schrecklich diese Zeit war. Auch in Straubing gab es besondere Ereignisse und der Nationalsozialismus hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Erkunden Sie nun durch die einzelnen Caches die Geschichten und Ereignisse, die sich in Straubing zugetragen haben und an die durch verschiedene Orte und Plätze erinnert wird.

 

Länge ca. 2km
Dauer ca. 25 min
Parkplatz Großparkplatz „Am Hagen“, Am Hagen 61
WC Simon-Höller-Straße 9; Am Hagen 43 (geöffnet von 9-19 Uhr); Theresienplatz 50
Rollstuhlfahrer bedingt geeignet
Apotheke easyApotheke, Schildhauerstraße; Einhorn-Apotheke, Theresienplatz 8

 

 

Station 1 Straubing in der NS-Zeit: N48°53.04102 E12°34.08143

Station 1: Todesmärsche

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Am 20. April 1945 brachen die letzen Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg (Oberpfalz) in großen Marschkolonnen nach Dachau auf. Dies erwies sich für die meisten von ihnen als die letzten Tage ihres Lebens. So zogen sich die sogenannten „Todesmärsche“ auch durch das Gebiet von Straubing und Umkreis. Allein hier wurden über 350 KZ-Häftlinge erschossen oder erschlagen. Zum Gedenken an diese Verbrechen wurde im Park in der Nähe des Straubinger Hagens ein Mahnmal errichtet, eine stelenartige Bronzeplastik, geschaffen vom Künstler Meinhart Meyer. Die Stele soll verschiedene Themen der Todesmärsche darstellen: Zum einen ist der Grundriss von einem Davidstern abgeleitet, zum anderen sind auf der Spitze der Stele Steine, die aus dem KZ Flossenbürg stammen; diese Steine erinnern an die Steine der jüdischen Grabstätten.

Die abgebildeten Fußspuren auf der Bronzenplastik sollen auf das Leid und den Tod durch die Märsche hinweisen. Auf den anderen Flächen ist das Wort „Wasser“ in verschiedenen Sprachen eingeprägt. Es sind die Sprachen der Nationen, die dem NS-Terror in Flossenbürg zum Opfer fielen. Außerdem ist die Bronzeplastik an manchen Stellen durchbrochen, was einen Blick auf das Wasser gewähren lässt und den Durst der Häftlinge symbolisiert. Ebenfalls sind Wasserspender integriert, da an dieser Stelle nie wieder jemand Durst leiden soll.

 

Rätsel:

Um zur nächsten Station zu gelangen, müssen Sie sich die Stele näher betrachten. Es gibt zwei Trinkwasserspender an ihr. Über jedem Spender steht in einer Sprache das Wort Wasser. Zählen Sie die Buchstaben/ Zeichen der beiden Wörter zusammen und Sie erhalten N.

E = N+1

N48°52.6N988  E12°34.1E3EE

 

Station 2 Straubing in der NS-Zeit

Station 2: Stolpersteine

Mit den Stolpersteinen ist in Straubing ein weiterer Weg der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit beschritten worden. Mitten im Alltag mahnen kleine Messingtafeln: Nie wieder! Für Menschenwürde und demokratische Rechte! Im Falle Otto Selz befindet sich diese Messingtafel vor der oberen Bachstraße 14, dem Wohnhaus seiner Familie. Am 15. März 1933 wurde der jüdische Vieh- und Güterhändler Otto Selz von mehreren Männern aus dem Haus geschleppt, in Richtung Leiblfing gefahren und nach schwerer Misshandlung in einem soplterstein-neunaheliegenden Wald erschossen. Nachdem der Leichnam aufgefunden und dann seziert wurde, wurde er nach Straubing gebracht und zwei Tage später auf dem Jüdischen Friedhof in Regensburg beigesetzt. Die Suche nach den Mördern wurde 1933 von den zuständigen Polizeidienststellen und Staatsanwaltsschaften zunächst gründlich und korrekt angegangen, rasch aber von oben, insbesondere der Bayerischen Politischen Polizei, gelenkt, verzögert und eingestellt. Nach 1945 bemühte man sich erneut um eine Aufklärung, die jedoch durch die lange Zeitspanne und das Verschwinden bzw. den Tod mehrerer Verdächtiger erschwert wurde. Das Mordmotiv wurde eindeutig in der Auseinandersetzung zwischen Otto Selz und Julius Streicher, NSDAP-Gauleiter von Franken und Herausgeber der nationalsozialistischen Zeitung „der Stürmer“, gesehen, der als Anstifter gelten kann und in Münchner SA- oder SS-Kreisen Helfershelfer fand.

 

Rätsel:

Nord:

N1:  Summieren Sie die beiden ersten Ziffern von der Jahreszahl, die für das Geburtsjahr von Otto Selz stehen.

N2: Bilden Sie dann die Buchstabensumme (A=1, B=2 etc.) des Wortes, welches auf dem Stolperstein zwischen dem Jahrgang von Otto Selz und seinem Todesdatum steht, und nehmen sie die beiden letzten Ziffern dieser gebildeten Zahl heraus.

Nun subtrahieren Sie von diesem Ergebnis 10, um N2 zu erhalten (zweistellige Zahl).

 

Ost:

E1:Auf dem Stolperstein von Otto Selz können Sie das Datum seiner Erschießung lesen. Die Ziffer, welche den Monat beschreibt, ergibt die erste Ziffer für die Ost-Koordinate.

E2: Die erste Ziffer der Jahreszahl entspricht der zweiten Ziffer der Ost-Koordinate.

E3: Wenn Sie von der letzten Ziffer der Jahreszahl 3 subtrahieren, erhalten Sie die dritte Ziffer für die Ost-Koordinate.

N48°52. N1N22   E12° 34. E1E2E37

Station 3 Straubing in der NS-Zeit

Station 3: Straubinger Tagblatt

Das Straubinger Tagblatt war schon vor der Zeit des Nationalsozialismus die führende Heimatzeitung Niederbayerns. Doch die Zeit der NS-Herrschaft war auch für das Tagblatt eine schwere Zeit. Die „schwarze Tante“, wie sie abfällig von den Nazis genannt wurde, war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge, da sie überzeugt den bayerischen Katholizismus vertrat und damit maßgeblich zu den relativ schlechten Wahlergebnissen im Umkreis beitrug. Oft wurde dem Blatt das Leben schwer gemacht, das Verbot für drei Tage, die Verhaftung des Schriftleiters oder die Absetzung als „amtliches Publikations-Organ“ waren nur ein paar der Versuctagblatt-neuhe der NS-Herrschaft, die Zeitung gleichzuschalten. Ungewöhnlich lange Zeit hat die lokale Zeitung sich dagegen gewehrt und eine Gratwanderung zwischen den aktuellen politischen Vorgaben und dem Erhalt einer gewissen Unabhängigkeit versucht. Jedoch unterlag auch das Straubinger Tagblatt nach und nach der totalen ideologischen Anpassung. Trotzdem gehörte es zu den Zeitungen, die der Bevölkerung durch ihre Tradition jenseits der Parteiallmacht eine Verankerung in der Heimat und in der Religion boten. Erwähnenswert ist auch, dass sogar während des Krieges relativ normal weiter veröffentlicht wurde.

 

Rätsel:

Nord:

An der Fassade des Gebäudes stehen links und rechts von der Tür zwei große Worte. Zählen Sie die Buchstaben der beiden Worte, um Y zu erhalten.

N = Y – 7

Ost:

Betrachten Sie den Haupteingang des Gebäudes. Wie viele vollständige Rauten kann man auf einem Torflügel erkennen? Multiplizieren Sie die Anzahl (Z) mit 3, um die Ost-Koordinate (E) zu erhalten.  (E= Zx3)

N48°53.N6  E12°34.E1

 

Station 4 Straubing in der NS-Zeit

Station 4: Monumentales

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Hochwasser an der Bastion (Foto W. Schaffrath)

1936 begann die Stadt Straubing mit Hilfe des Wasserwirtschaftsamt den Bau von Wasserschutzmaßnahmen. Sie bauten das Schöpfwerk am Gscheiderbrückl und nachdem dieses 1940 fertig gestellt wurde, galt es noch die Lücke zwischen dem Deich des Schöpfwerkes und dem herzoglichen Herzogstadel zu schließen und dem ganzen eine repräsentative Abrundung zu geben. Somit wurde die sogenannte „Bastion“ errichtet, ein Rondell das einen Durchmesser von 12,60 Meter hat. Zudem sollte darauf ein hoher Pfeiler mit Hackenkreuzrelief und einem prunkvollen Reichsadler, der die nationalsozialistische Größe zeigen sollte, errichtet werden. Da aber die Bauarbeiten zur Bastion und dem Pfeiler Mitte des Zweiten Weltkrieges wegen mangelnder Arbeitskräfte eingestellt werden mussten, wurde der Pfeiler mit dem Adler nicht fertig gestellt. Erst neun Jahre danach, am 28. Dezember 1954 wurde der Pfeiler mit dem Adler, natürlich ohne Hackenkreuzrelief, aufgestellt, unter der Aufsicht des damaligen Polizeikommandanten und den amerikanischen Alliierten. Der Alder wurde also nicht mehr als nationalsozialistisches Machtsymbol, sondern vielmehr als „Nibelungenadler“ und „sehenswertes Steinbildnis“ angesehen. Aber dennoch ist die Bastion mit dem Adler nicht nur ein Aussichtspunkt für Spaziergänger, sondern erinnert stets an die dunkle Geschichte Deutschlands.

 

Jetzt müssen Sie nur noch den Cache finden – er ist ebenerdig versteckt!

Hinweis Straubing in der NS-Zeit

Zusätzlicher Hinweis:

yvaxf orv qre Gerccr  ROT-13-Dechiffrierungsschlüssel
 A  B  C  D  E  F  G  H I J K  L M
 N  O  P  Q  R  S  T  U V W X  Y Z
 Der Buchstabe oben entspricht entschlüsselt dem darunter stehenden und umgekehrt